Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
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Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
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Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
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Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
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Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
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Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
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Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67
Prof. Dr. habil. Friedrich Donath Geschichtsfälschung — eine Methode des Klassenkampfes Wir haben aus dem Referat von Dr. Bleiber gehört, daß sich mancherlei in bezug auf die Verfälschung der Geschichte der deutschen Arbeiterbe- wegung tut. Dazu einige kurze Bemerkungen. Wie kommt es, daß die bürgerliche Geschichtsschreibung sich neuerdings mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt? Ist es nicht die Angst vor der gewaltigen Kraft der Arbeiterklasse? Ranke, Droysen, Sybel und andere hatten vor allem Slaatengeschichte im Auge. In dem Büchlein „Hundert Jahre Sozialdemokratie", das Willi Eichler im Auftrag des Parteivorstandes der SPD verfaßte, heißt es zum „Kom- munistischen Manifest": „Eine entscheidende Frage blieb, ob der im .Manifest' und später im .Kapital' theoretisch fixierte Verlauf der weite- ren Entwicklung so .unvermeidlich' war, wie seine Verfasser annahmen" (S. 13). Hier wird eine Grundfrage unserer Weltanschauung berührt. Sechs Millionen Schulkinder in der BRD nehmen diese falsche Darstel- lung der Geschichte in sich auf. Stimmt es wirklich, daß es keine Gesetz- mäßigkeit der Entwicklung gibt, die zum Sozialismus hinführt? Blicken wir auf die Zeit seit 1848 zurück! Gewaltiges ist seither in der Welt vor sich gegangen. Die Zahl der Arbeiter überstieg danach nicht einige Mil- lionen. Kümmerlich war das Unterfangen der Weber, die 1844 in Schlesien durch eine Rebellion ihr Elend beseitigen wollten. Wie anders sieht die Welt heute aus! Asien ist politisch in Bewegung geraten. Was den schwar- zen Erdteil betrifft, so müßte man beinahe jedes Jahr einen neuen Atlas anschaffen, um die politischen Veränderungen im Kartenbild nachprüfen zu können. Auch in Lateinamerika toben heftige politische Kämpfe. Denken wir ferner an die gewaltigen Streikbewegungen in allen kapi- talistischen Ländern, an die Millionenheere der Arbeitslosen, an die per- manente Währungskrise der kapitalistischen Staaten. Wer wollte behaup- ten, daß diese Zustände erstrebenswert wären! Vor allem aber hat doch der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Durch- setzung des Sozialismus in einem Großteil der Welt gelehrt, daß das Neue sich unaufhaltsam durchsetzt. Mir fällt noch ein Beispiel ein, das die Verfälschung der Geschichte der Arbeiterbewegung deutlich zeigt. So heißt es in der erwähnten Bro- schüre in bezug auf die Sozialistengesetze: „Die tiefste und tragischste Wirkung des Sozialistengesetzes war zweifellos, daß es eine für abseh- bare Zeit offenbar unüberwindbarc Kluft zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum aufgerissen hatte" (S. 26). Was sollen die Werk- tätigen mit solchen „Lehren der Geschichte" anfangen? War es nicht der 67